Sich seiner Stärken bewußt werden …

Warten auf den geliebten Mensch, dass er aus dem Operationssaal kommt.
Krebs lautete die Diagnose !

Krebs – das Ende? Ist Krebs immer gleich Tod? Wie gehe ich damit um?

Genau wie ich, wartete eine Frau auf ihren Mann – verzweifelt, zitternd, hilflos. Sie setzte sich zu mir an den Tisch, schaute mich an und sagte:
Ich weiß, dass mein Mann mich jetzt braucht, aber ich habe keine Kraft, ich bin nicht stark!

Ihr Gesicht müde, abgespannt und verweint.

Ich hielt ihr beide Hände entgegen, in die sie ihre legte. Eine Weile Stille.
Dann wieder: Ich bin nicht stark!

„Waren Sie niemals stark in ihrem Leben?“ Verwundert schaute sie mich an, suchte in ihrer Erinnerung und fand: „Doch, damals…..“ und sie erzählte, mit welcher Kraft und Energie sie diese Situation gemeistert hatte. Eine Veränderung ging in ihrem Gesicht vor.
„Und können Sie sich weiter an Situationen erinnern, wo Sie auf sich und ihre Leistung stolz waren?“ hakte ich nach. Ja, sie erinnerte sich und mit jeder Erinnerung veränderte sich ihr Gesicht, ihre Haltung und entspannte sich immer mehr.
Ich nahm wieder ihre Hände und bat sie, sich die Gefühle in diesen Situationen bewußt zu machen, sie noch einmal zu fühlen. In diesem Zustand setzte ich ihr dann einen Stärkeanker.

„Ja, ich bin doch stark“ sagte sie stolz. Kurz darauf wurde ihr Mann ins Zimmer geschoben. Mit einem freudigen Lächeln ging sie auf ihn zu.

Ein warmes Gefühl durchströmte mich.

Wann waren Sie so richtig stolz auf sich und ihre Leistung?

unser lebensbaum

Schreibe einen Kommentar